SMM 2022: Alles auf einen Blick

Fotograf : Michael Zapf / smm-hamburg.com
Fotograf : Michael Zapf / smm-hamburg.com

Der Countdown läuft: Vom 6. bis 9. September 2022 trifft sich in Hamburg das Who‘s Who der maritimen Branche. Seit fast 60 Jahren zieht die SMM Reedereien, Zulieferer, Werften und Fachbesuchende aus aller Welt an. Was ihren Reiz ausmacht, welche Innovationen es zu bestaunen gibt und womit die Weltleitmesse in diesem Jahr sonst noch lockt.

„Dass die SMM nach der corona-bedingten Auszeit wieder in gewohnter Form live stattfinden kann, ist an sich schon ja schon ein Highlight“, sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress (HMC). Dass es dann auch noch das 30. Jubiläum ist, mache das maritime Treffen noch besonderer. Nachdem es 2021 eine digitale Version gab, erwartet Hamburgs Messechef in diesem Jahr rund 2.000 Aussteller und 40.000 Fachbesucher aus mehr als 100 Ländern. Alle elf Hallen sind komplett belegt.

Dabei hat alles ganz klein angefangen: Gerade mal 35 Aussteller fanden sich 1963 für die Ausstellung „Schiff und Maschine“ in den Hamburger Messehallen ein. 1968 waren es dann schon 212. Mit steigender Ausstellerzahl wuchs auch der Titel der Veranstaltung: Zu „Schiff und Maschine“ gesellte sich die Meerestechnik. Bis heute ist die Shipbuilding, Machinery and Maritime Technology international erfolgreich unter ihrem Kürzel SMM bekannt. „Ich glaube, dass die Schiffsingenieure von der Vereinigung der Schiffs-Ingenieure zu Hamburg, die die SMM-Vorläuferveranstaltung ins Leben gerufen haben, ziemlich stolz auf uns wären. Aus einer stark deutsch geprägten Veranstaltung, mit 200 Austellern im Jahr 1968 ist eine Leitmesse internationalen Zuschnitts geworden“, so Aufderheide.

Nicht mehr wegzudenken
Der Erfolg der SMM, er fußt wohl auch auf dem Gespür der Veranstalter für die Bedürfnisse der Branche. In diesem Jahr stehen mehr denn je die maritime Energiewende, die digitale Transformation und der Klimawandel im Fokus. Für viele Ausstellende ist die SMM eine Pflicht- Veranstaltung: „Als Technologieanbieter für eine erfolgreiche Energiewende in der Schifffahrt brauchen wir als MHI Group die SMM. Sie ist die perfekte internationale Bühne zur Präsentation unserer Technologien für die Dekarbonisierung der Schifffahrtsbranche“, sagt Toshiaki Hori, CEO von Mitsubishi Heavy Industries Marine Machinery & Equipment. Für Knut Ørbeck-Nilssen, CEO bei der Klassifizierungsgesellschaft DNV Maritime, ist die SMM gar die „Heimat der Schifffahrt”. Der Hauptsponsor stellt in diesem Jahr seinen neuen „Flagship Report – The Maritime Forecast to 2050“ vor. „Mit der Stabilität der Kraftstoffversorgung und den für die Dekarbonisierung benötigten CO2-neutralen Kraftstoffen als Schwerpunktthemen enthält der diesjährige Bericht wirklich eine Menge Diskussionsstoff für die Branche“, so Ørbeck-Nilssen.

Dem Leitmotiv, „Driving the maritime transition“, bereiten die Veranstalter 2022 die passende Bühne und stärken bewusst den Eventcharakter der SMM. „Wir haben für die ‚Transition Stages‘ bewusst Flächen aus dem Vertrieb genommen, damit Teilnehmende mehr Raum haben, um ihre Ideen und Produktneuheiten in einem offenen Forum zu präsentieren“, sagt Claus-Ulrich Selbach, Geschäftsbereichsleiter bei der HMC. Es gibt insgesamt drei Bühnen zu unterschiedlichen Themen:

  • Green Transition Stage in Halle A4 zu den Themen alternative Antriebe, Umwelttechnologien und Nachhaltigkeit.
  • Digital Transition Stage in Halle B6 zu den Themen Automatisierung, Digitalisierung und Datenmanagement.
  • Cruise & Ferry Stage in Halle B5 zu den Themen Innenausstattung, Ausrüstung und Technologie von Kreuzfahrtschiffen.

An Vorträge und Präsentationen schließt täglich das neue Net-Working-Format „Wine o‘ clock“ an, eine weitere Möglichkeit, Fragen zu klären und neue Kontakte zu knüpfen.

Große und kleine Innovationen
Ob der tonnenschwere Dual-Fuel Motor für Methanolbetrieb von MAN Energy Solutions oder die leichtgewichtigen energiesparenden LED-Leuchten von WISKA: In den Hallen finden sich große und kleine Innovationen, jeweils thematisch geordnet. In den Hallen A3 und A4 sind etwa Unternehmen vertreten, die alternative Antriebe entwickeln oder sich mit grünen Brennstofflösungen beschäftigen. So wie Rolls Royce: „Unsere Themen zur Reise in Richtung Klimaneutralität reichen von Dieselmotoren mit Abgasnachbehandlung und Gasmotoren über deren Einsatz mit nachhaltigen  Kraftstoffen und Hybridsystemen bis hin zu Methanolmotoren und Brennstoffzellensystemen“, so Pressesprecherin Silke Rockenstein. Außerdem präsentiert Rolls Royce neue Schiffsautomations-Produkte.
Smarte Lösungen gibt es auch in der Halle B4. Hier finden sich neben namhaften Werften beispielsweise auch die Digitalexperten von Naval Architects. Sie haben eine Plattform entwickelt, in der alle wesentlichen Informationen zusammengeführt werden, um die Risiken von
Schiffbauprojekten zu reduzieren.
In den Hallen B5 und B6 gastiert der MARINE INTERIORS Bereich @SMM. Hier geht es um das Design und die Innenausstattung von Passagierschiffen. Mit dabei sind große Namen wie Kaefer Schiffsausbau oder Rheinhold & Mahla.

Die komplette Aufteilung der Hallen ist auf dem Geländeplan verzeichnet. Die verschiedenen Themenrouten (Cruise & Ferry Route, Digital Route, Green Route, Job Route, Security & Defence Route, Start-up Route) führen die Besucherinnen und Besucher bequem über 90.000 Quadratmeter Fläche zu ihrem Wunsch-Aussteller.

Austauschen mit Experten
Wichtige Innovationen und Erkenntnisse finden Besucher nicht nur in den Messehallen, sondern auch auf den Bühnen der fünf Fachkonferenzen. Das sind die Schwerpunkte:

  • Digitalisierung & Cybersecurity: am 5. September beim Maritime Future Summit
  • Marktüberblick und Finanzen: am 6. September beim TradeWinds Shipowners Forum
  • Umwelt und alternative Antriebe: am 7. September beim gmec. Neu: Das NGO-Panel steht auch Nicht-Fachbesuchern offen. Weitere Infos hier: SMM Digital Platform)
  • Wissenschaft & Windkraft: am 8. September beim Offshore Dialogue. Neu: Die Veranstaltung ist Teil der UN Ocean Decade, einem internationalen Forschungsvorhaben, um die Ozeane zu schützen
  • Sicherheit und Verteidigung: am 8. und 9. September beim MS&D.

Programm-Tipps:
Begleitet wird die SMM von einem attraktiven Rahmenprogramm.

  • Frauen in der Schifffahrt: Am 7. September (16 Uhr) wird auf der Green Transition Stage von WISTA Deutschland die PoTY (Person of the year) gewählt.
  • Start-up-night: Die Start-ups stellen sich und ihr Projekt auf den jeweiligen Sessions in Pitches vor und treten mit ihren Ideen gegeneinander an. Am 7. September wird der Gewinner auf der Digital Transition Stage mit dem Maritme Startup-Award geehrt. Es gibt drei Kategorien: digital, environmental sowie shipbuilding & machinery.
  • Maritimer Nachwuchs: Am 9. September findet in der Halle B6 der Maritime Career Market statt. Von 10 bis 14 Uhr geben Experten Einblicke in die maritime Arbeitswelt. Auf dem MCM treffen Absolventen, Studierenden und Young Professionals auf potenzielle Arbeitgeber. Studenten und  Schüler haben am Freitag freien Eintritt zum MCM – und zur gesamten SMM.
  • Cruise-Talk: Am 6. und 7. September lotet Artlink-CEO Tal Danai mit hochkarätigen Panel-Gästen auf der Cruise & Ferry Stage die Zukunft der Kreuzfahrt aus.

Bild & Text: smm-hamburg.com