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Statement in Vorschau auf die MEDICA 2018

05.07.2018


Statement in Vorschau auf die MEDICA 2018 von Horst Giesen, Global Portfolio Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf GmbH

Kaum eine Branche ist seit Jahren schon durch so nachhaltiges Wachstum geprägt wie die der Medizintechnik-Industrie und ihres Zuliefererbereichs. Und in kaum einer Branche ist es so ein Muss, auf dem Laufenden zu bleiben und sich über neue Produkte, Trends und Technologien zu informieren, wie sie besonders bei der MEDICA als weltweitführende Branchenplattform vorgestellt werden. Denn die Rahmenbedingungen des Marktes verändern sich fortlaufend. Selbst innerhalb einzelner Weltregionen kann bezogen auf die jeweiligen Nationen die Marktsituation höchst unterschiedlich sein oder auch der Zulassungsprozess für medizintechnische Systeme und Produkte sich stark voneinander unterscheiden.


 Statement in Vorschau auf die MEDICA 2018 von Horst Giesen, Global Portfolio Director Health & Medical Technologies der Messe Düsseldorf GmbH

Das offenbart exemplarisch ein Blick auf Europa. In Spanien, Irland oder Rumänien zeigt die Absatzkurve für Medizintechnik auf Basis einer allgemeinen wirtschaftlichen Erholung und eines in Krisenjahren aufgebauten Investitionsbedarfs deutlich nach oben. Auch in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz präsentiert sich die Nachfrage robust. In Deutschland, Italien und Frankreich geht es dagegen langsamer voran, als es gehen könnte – `Investitionsstau´ ist das Stichwort. Während hier Sparzwänge in den Gesundheitssystemen zum Hemmnis werden, bremsen die aktuellen politischen Entwicklungen und in der Folge teilweise Währungsabwertungen vor allem den Marktzugang und die Geschäfte in der Türkei und Russland. Und auch der anstehende `Brexit´ bringt noch unübersehbare Einschränkungen mit sich.

Eine Herausforderung stellt länderübergreifend eine immer striktere Regulierung hinsichtlich der Produktzulassung dar. Das betrifft Hersteller und ihre Zulieferer gleichermaßen, wobei insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen stark zu kämpfen haben mit der Verpflichtung zu immer umfangreicherer Dokumentation und Berichterstattung als Ergebnis einer Vielzahl von EU-Verordnungen und Richtlinien, beispielsweise der Medical Device Regulation oder REACH (Registration Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals).

Aus einer derartigen Marktcharakteristik heraus ergeben sich für die Besucher sowie Aussteller unserer weltweit organisierten MEDICAlliance-Fachmessen viele Fragestellungen, um das eigene Business international auf die richtige Spur zu setzen und mit den passenden Partnern zusammenzukommen. Wir bieten ihnen dazu die auf spezielle Bedürfnisse zugeschnittenen Kommunikations- und Informationsplattformen.

Darüber hinaus erfordert es auch der Innovationszyklus, stets `up to date´ zu bleiben. Er ist bezogen auf Medizintechnik und Medizinprodukte denkbar kurz. Immerhin ein Drittel ihres Umsatzes erwirtschaften beispielsweise die deutschen Hersteller mit Produkten, die jünger als drei Jahre sind. Damit wird jedes Jahr auf ein Neues die internationale Nr. 1-Veranstaltung, die MEDICA in Düsseldorf, für die Anbieter zur `Weltmeisterschaft´ der Neuheiten – im Kontext aktueller Trends.

Digitale Transformation prägt auch die Welt der Medizin
Derzeit ist es vorrangig die digitale Transformation, die weltweit die Gesundheitswirtschaft prägt, Prozesse und Geschäftsmodelle radikal verändert. Unsere Programmplanungen für die MEDICA 2018 (12. – 15. November) mit ihrem Angebot der erneut mehr als 5.000 Aussteller aus gut 70 Nationen und ihrem inhaltlichen Themenspektrum der begleitenden Konferenzen und Foren berücksichtigen dies. Wir bleiben bei dieser Top-Thematik am Ball und beleuchten sie zielgruppengerecht aus verschiedenen Blickwinkeln. Allein die im Rahmen der MEDICA veranstalteten Kommunikations- und Informationsplattformen MEDICA HEALTH IT FORUM und MEDICA CONNECTED HEALTHCARE FORUM (inklusive der MEDICA App COMPETITION) zählten im Vorjahr mehr als 8.000 Besucher und werden sicherlich auch in diesem Jahr wieder zu den Publikumsmagneten in den Düsseldorfer Messehallen zählen.

In den Diskussionen, Präsentationen und Vorträge dieser Foren geht es einerseits um grundlegende Digitalisierungs- und IT-Trends wie beispielsweise Einsatzoptionen Künstlicher Intelligenz, Analyse großer Datenbestände (Big Data) mittels Algorithmen oder Maßnahmen der Cyber Security. Zugleich werden aber auch innovative Produkte und Technologien präsentiert, etwa aus dem Bereich der Wearable Technologies, Telehealth, Robotics und Apps.

Stärke der MEDICA ist dabei, dass sie sich nicht nur auf Klinik- und Praxis-IT sowie das vergleichsweise starre Korsett der nationalen Telematik-Infrastruktur beschränkt. Sie spiegelt länderübergreifende Digitaltrends und Best Practices der Vernetzung von Playern der Gesundheitsbranche. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass in diesem Jahr das Thema `Patient Empowerment´, also das Management von Gesundheitsdaten in Verantwortung des Patienten, weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Selbst ist der Patient: E-Akten sind auf dem Vormarsch
Nach Verabschiedung des E-Health-Gesetzes sind in Deutschland zwar Anwendungen einer elektronischen Patientenakte in Verknüpfung mit der elektronischen Gesundheitskarte in Planung, erste von Krankenkassen entwickelte Lösungen elektronischer Gesundheitsakten (eGA) zur Anwendung auf Smartphones oder PC sind aber bereits testweise an den Start gegangen und stehen vor dem `Rollout´ an alle Mitglieder der jeweiligen Versicherungen. Zugleich stehen marktführende Technologie- und Softwarekonzerne aus dem Smartphone-Bereich in den Startlöchern, um die Health-Apps ihrer Betriebssysteme um Gesundheitsakten-Applikationen zu erweitern (z. B. `Health Records´ in iOS).

Zur MEDICA 2018 dürfte sich dadurch spannender Diskussionsstoff zu der Frage ergeben, inwiefern sich die Leistungserbringer der Gesundheitsbranche derartigen digitalen Lösungen in Patientenhand öffnen werden. Damit in Zusammenhang stehende Aspekte wie etwa der neue `HL7 FHIR´-Standard für mobile Kommunikation im Gesundheitswesen oder der Angriff der Plattform-Ökonomie auf Gesundheitsdaten finden demnach inhaltlich Berücksichtigung, z. B. beim MEDICA HEALTH IT FORUM.

`KI´ für ein optimales Zusammenspiel von Mensch & Maschine
Ebenfalls in aller Munde ist die `Künstliche Intelligenz´ (KI). Schon längst ist diesbezüglich die ursprünglich vermutete Befürchtung widerlegt, Ärzte oder Pfleger würden künftig durch angelernte, automatisiert arbeitende Systeme und Roboter überflüssig. MEDICA-Aussteller beweisen mit ihren Innovationen das Gegenteil. `Erweiterte Intelligenz´ bringt die moderne Arbeitsweise demnach besser begrifflich auf den Punkt. Mensch und Maschine arbeiten dabei Hand in Hand im Sinne des Zusammenführens des Besten aus zwei Welten. Beispiele finden sich im Bereich der bildgebenden Diagnostik. Hier sorgt KI dafür, dass der Bestrahlungsbereich im Rahmen von CT-Untersuchungen optimal eingegrenzt werden kann oder Aufnahmedaten aus MRT- oder CT-Systemen voranalysiert werden vor der eigentlichen Befundung durch den Radiologen – gleich ob es sich um Frakturen, Tumoren oder Entzündungsherde handelt. Ähnlich verhält es sich mit der vollautomatisierten Abrechnung von Behandlungsfällen, wodurch menschliche Arbeitskraft sich vor allem auf die Nachverfolgung von Auffälligkeiten und komplexere Fälle konzentrieren kann.

MEDICA START-UP PARK – Plattform für kreative Köpfe
Auf gute Resonanz stieß beim Fachpublikum in 2017 die Premiere des MEDICA START-UP PARK, weshalb diese neue Plattform für die kreative Startup-Szene fest ins Programm der MEDICA übernommen wird. Hier (in Halle 15) können junge Unternehmen ihre Ideen vorrangig für den Bereich Digital Health vorstellen und mit potenziellen Business-Partnern zusammenkommen. Mit dabei sein wird in diesem Jahr zum Beispiel Magnosco aus Berlin. Das Entwickler-Team wird eine Applikation zur Früherkennung von Hautkrebs auf Basis einer Kombination aus Lasertechnologie und Künstlicher Intelligenz präsentieren.

Unter den angemeldeten Teilnehmern des MEDICA START-UP PARK ist auch NUVOAIR aus Stockholm. Sie wollen die Präsenz nutzen, um ihr Projekt `Air Smart Spirometer´ vorzustellen. Im Vorjahr legten sie bei der MEDICA dafür die ideale Basis mit einer Beteiligung an der MEDICA App COMPETITION und einem achtbaren zweiten Platz. `Air Smart Spirometer´ ermöglicht in einer Kombination aus Hardware und App die Analyse der Lungenkapazität als einfache Heimanwendung zum Beispiel für Asthma oder COPD-Patienten.

`Blockbuster´-Themen der medizinischen Praxis
Auf `Blockbuster´-Themen aus der medizinischen Praxis setzt nach ihrem Start in 2017 auch in diesem Jahr wieder die MEDICA ACADEMY als zertifizierte Fortbildungsveranstaltung für Ärzte verschiedener Fachdisziplinen. Neben Praxiskursen `am Gerät´ (z. B. Ultraschall) und Updates zu allgemeinmedizinischen Diagnose- und Therapie-Fragestellungen steht auch hier Digitales auf dem Programm, etwa Best Practices der Telemedizin. Vor dem Hintergrund der in Deutschland geplanten Lockerungen des Fernbehandlungsverbots dürfte diese Session sicherlich besonders aufmerksam verfolgt werden.

Zu den weiteren Programm-Highlights der MEDICA 2018 zählen die Konferenz für Katastrophen- und Wehrmedizin DiMiMED sowie die MEDICA MEDICINE + SPORTS CONFERENCE (jeweils 13. + 14. November 2018/ Congress Center Düsseldorf Süd) rund um Belange der Prävention und der sportmedizinischen Behandlungskonzepte. Es handelt sich um englischsprachige Konferenzen, die internationales Publikum adressieren.

Speziell nationales Fachpublikum adressieren der 41. Deutsche Krankenhaustag als führende Kommunikationsplattform für Top-Entscheider aus Kliniken (12. – 15. November) sowie die MEDICA PHYSIO CONFERENCE. Sie richtet sich mit behandlungsorientierten Vorträgen an die Fachszene der Physiotherapeuten, Sportmediziner und Orthopäden und findet in diesem Jahr am 14. + 15. November statt (Congress Center Düsseldorf Süd).

Weitere in die MEDICA Fachmesse integrierte Foren sind u. a. das MEDICA LABMED FORUM (Trends aus dem Bereich der Labormedizin), das MEDICA ECON FORUM für den gesundheitspolitischen Dialog zwischen Industrie, Politik, Krankenkassen und Patientenvertretern oder auch das MEDICA TECH FORUM zu marktrelevanten Themen aus der Medizintechnik-Industrie, Wissenschaft und zu rechtlichen Rahmenbedingungen.

Der ganze diagnostische und therapeutische Workflow an einem Ort
Ausgerichtet am breiten diagnostischen und therapeutischen Workflow der medizinischen Versorgung umfasst die MEDICA Fachmesse klar gegliedert die folgenden Schwerpunkte: Elektromedizin/ Medizintechnik (ca. 2.500 Aussteller), Labortechnik/ Diagnostika, Physiotherapie/ Orthopädietechnik, Bedarfs- und Verbrauchsartikel, Informations- und Kommunikationstechnik, medizinisches Mobiliar sowie spezielle Raumeinrichtung für Kliniken und Praxen.

Parallel zur MEDICA 2018 findet an allen vier Tagen (12. bis 15. November) in den Hallen 8a und 8b die COMPAMED 2018 statt, die mit rund 800 Ausstellern führende internationale Marktplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie.

Bundesgesundheitsminister Spahn kommt zur Eröffnung

Im Vorjahr zählten MEDICA und COMPAMED zusammen 123.500 Fachbesucher, die aus 130 Nationen kamen.

Unter den Top-Entscheidern, die im kommenden November nach Düsseldorf reisen werden, ist auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Er wird die MEDICA 2018 und den Deutschen Krankenhaustag am 12. November eröffnen und anschließend u. a. auch beim MEDICA ECON FORUM, das in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse organisiert und inhaltlich ausgestaltet wird, Perspektiven der Gesundheitspolitik für die laufende Legislaturperiode aufzeigen.

Alle Informationen zur MEDICA 2018 sowie der parallelen COMPAMED 2018 sind auch online abrufbar unter: http://www.medica.de / http://www.compamed.de.

Informationen zu allen weiteren Medizinmessen der Messe Düsseldorf Group finden Interessierte online unter: http://www.medicalliance.gobal.

Termin: 12. – 15. November 2018, Montag bis Donnerstag.

Öffnungszeiten: 10 bis 18:00 Uhr.
Ort: Messegelände Düsseldorf



Bild & Text: medica.de

 

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