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Notfallsanitäter - Chancen und Perspektiven

18.06.2015

Notfallsanitäter - Chancen und Perspektiven

- Niedersachsen ist ganz vorn mit dabei

Experten aus Politik, Bildung und Wissenschaft fanden sich während der INTERSCHUTZ 2015 auf der Bühne des Johanniter-Standes zu einer Podiumsdiskussion zusammen, um über die Chancen und Perspektiven des Notfallsanitäters zu sprechen. Die Beteiligten waren sich einig: Der neue Beruf ist kein Ersatz für den Notarzt, stellt aber eine eindeutige Entlastung für diesen dar. „Die deutschen Ärzte stehen voll dahinter“, attestierte Günther van Dyk, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer. Ein umfangreich über drei Jahre hinweg ausgebildeter Notfallsanitäter könne sehr gut einschätzen, wann ein Notarzt hinzualarmiert werden müsse. Auch könne der Notarzt durch die fachlich weitreichende Beratung viel effektiver arbeiten, betonte Dr. Uwe Lü̈hmann, Ministerialrat Rettungswesen im niedersächsischen Innenministerium.

Mit dem Notfallsanitäter ergeben sich völlig neue berufliche Perspektiven


Mit dem Notfallsanitäter ergeben sich völlig neue berufliche Perspektiven für die Auszubildenden. Es liegt ein weites Feld an Spezialisierungsmöglichkeiten vor ihnen. So können Notfallsanitäter mit zunehmendem Alter in angrenzenden Arbeitsbereichen, wie der Anästhesie im Krankenhaus, eingesetzt werden. Frank Flake, Mitglied im Vorstand des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst (DBRD), wies ausdrücklich auf die Dringlichkeit der Ausbildung hin: „Die Zeit drängt. Rettungsassistenten werden nicht mehr ausgebildet und bis die neuen Notfallsanitäter auf dem Arbeitsmarkt den Bedarf decken, vergehen einige Jahre.“ Hinzu komme der nicht zu unterschätzende demografische Aspekt. Generell habe Niedersachsen, gemeinsam mit Hessen, aber die Nase vorn in der Umsetzung des Notfallsanitäter-Gesetzes, betonte Flake.

Auch Bodo Rotter vom Verband der Ersatzkassen (VdK) sah das so. Knackpunkt sei allerdings die Finanzierung. „Wir rechnen mit erheblichen Mehrkosten, die unter Umständen die Gemeinschaft tragen muss“, bemerkte Rotter. Eine Beitragserhöhung sei demnach nicht ausgeschlossen. Dem Vorschlag von Günther van Dyk, eine Kostenreduzierung durch Telemedizin zu erreichen, folgten die anderen Teilnehmer nicht. Laut Dr. Andreas Flemming, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Hannover, sei dies allerdings in der Offshore-Rettung sinnvoll. Einen qualifizierten Notfallsanitäter könne die Telemedizin seiner Meinung nach nicht ersetzen.

Die Praxisanleiter in den Kliniken, wie am Klinikum Region Hannover, sind auf die neuen Notfallsanitäter-Auszubildenden gut vorbereitet. „Aus Fehlern in der Vergangenheit haben wir gelernt“, meinte Ernesto Nebot Pomar, Pflegedirektor für besondere Aufgaben am Klinikum Region Hannover(KRH). Gerade einen Tag zuvor wurde der Vertrag mit der Berufsfeuerwehr Hannover, dem Deutschen Roten Kreuz und der Johanniter-Unfall-Hilfe auf der INTERSCHUTZ unterzeichnet. Kersten Enke, Leiter der Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover, unterstrich die Bedeutung dieser klinischen Ausbildung durch qualifizierte Ärzte im Krankenhaus. Die Unterstützung von Seiten der Krankenhäuser sei großartig.

Ein Problem liege generell in der Fortbildung von Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter. Diese sei von Ort zu Ort verschieden. Dr. Andreas Flemming, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst (ÄLRD) Hannover, forderte hier Einheitlichkeit. „Der ÄLRD ist gefragt, wenn es darum geht, die generelle Lage zu sichten und zu entscheiden, welche Aufgaben an den Notfallsanitäter delegiert werden. Wir benötigen eine infrastrukturelle Anpassung an das System vor Ort“, so Flemming. Die Kollegen auf dem Land stehen vor ganz anderen Herausforderungen als in Ballungsräumen. Der föderale Rahmen sei vorgegeben, dennoch habe der ÄLRD Freiheiten in der Umsetzung.

Wahrscheinlich werde es perspektivisch noch fünf bis zehn Jahre dauern, bis es in der landesweiten Versorgung keine Unterschiede mehr gebe. „Erst dann werden wir erfahren, ob wir unsere Aufgabe gut gemacht haben“, wagte Frank Flake ein Blick in die Zukunft.

Teilnehmer waren:
Frank Flake, Mitglied im Vorstand Deutscher Berufsverband Rettungsdienst e. V. (DBRD) Dr. Uwe Lühmann, Ministerialrat Rettungswesen im niedersächsischen Innenministerium Günther van Dyk, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer Ernesto Nebot Pomar, Pflegedirektor für besondere Aufgaben am Klinikum Region Hannover Dr. Andreas Flemming, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Hannover Bodo Rotter, Vertreter des Verbands der Ersatzkassen e. V. (vdek) Kersten Enke, Leiter Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover

Ansprechpartner für die Redaktion:
Johanniter-Medienservice
Frauke Engel und Oliver S. Bruse
Tel.: 0800 19214112 (gebührenfrei)
E-Mail: medien(dot)nb(at)johanniter(dot)de


 

Text & Bild: interschutz.de

 

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