Background Image
Table of Contents Table of Contents
Previous Page  18 / 28 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 18 / 28 Next Page
Page Background

18

Ausg.Nr._21/2016

Verpackungstrends

Leichte Verpackungen mit hoher

Funktionalität bleiben sehr gefragt

»Verpackungen werden in fast allen Branchen benötigt«

Dank Spritzprägeprozess wiegt

der im IML-Verfahren produzierte

Becher nur 10,7 g, er wird live auf

der K produziert (Foto: Netstal)

M

aximaler

Produkt-

schutz bei minima-

lem Materialeinsatz,

Auslösen von Kaufimpulsen

durch Dekoration, dazu Ressour-

ceneffizienz in Herstellung, La-

gerung und Transport – die An-

forderungen sind sehr vielfältig.

Die K 2016 wird Innovationen

in Gestaltung, Produktion und

Anwendung für die verschieden-

sten Packmittel und Herstell-

verfahren zeigen. Die Trends in

der Verpackung und ein kleiner

Ausblick auf Highlights unter

den konkreten Präsentationen

auf der Messe.

„Die Verpackung von morgen ist

zielgruppenspezifisch, conveni-

ence-orientiert und intelligent.“

So stand es schon vor fünf Jahren

im Verpackungsbranchenreport

der IG Metall und IG Bergbau,

Chemie, Energie. Daran wird

sich auch in den kommenden

Jahren nichts ändern. Denn in

ihrem jüngsten Bericht „The

Future of Global Packaging to

2020“ beschreibt die britische

Smithers Pira, Leatherhead, wie-

derverschließbare Convenience-

Verpackungen, verlängerte Halt-

barkeiten, einfach zu öffnende

Verpackungen und On-The-Go-

Verpackungen weiterhin als die

wichtigen Trendthemen einer ins-

gesamt weiter wachsenden Bran-

che. Bis 2020 soll der Weltmarkt

laut Smithers Pira von 839 Mrd.

USD im Jahr 2015 durchschnitt-

lich um 3,5% auf 998 Mrd. USD

anwachsen. Die Dynamik im Ver-

packungsmarkt werde vor allem

von Asien, aber auch von West-

und Osteuropa befeuert, wobei

Wachstumstreiber unter anderem

die fortschreitende Urbanisie-

rung und das Thema Nachhaltig-

keit seien.

Verpackungenwerden in fast allen

Branchen benötigt, sie dienen in

der Regel dem Produktschutz und

erleichtern Lagerung und Trans-

port, können aber auch am Point

of Sale für eine Differenzierung

sorgen und somit ein Verkaufsar-

gument darstellen. Stetig wurden

in der Vergangenheit die Verpa-

ckungslösungen den Marktforde-

rungen und Kundenbedürfnissen

angepasst. Beispiele hierfür sind

glasklare, einzigartige Flaschen

für Haushalts-, Körper- und Haar-

pflegeprodukte, hochwertige und

brillante Kunststoff-Flakons für

Parfüms, spezielle tiefgezogene

Trays zur Aufnahme von Elektro-

nikartikeln, die vor elektrostati-

scher Entladung schützen und per

Roboter bestückt werden können,

sowie faltbare Transportboxen

oder Stretchfolien, die für die La-

dungssicherung im Lkw sorgen,

um nur einige zu nennen.

Besonders große Aufmerksam-

keit und Marktbedeutung inner-

halb der Verpackungsbranche

genießt die Lebensmittelbran-

che. Denn allein in europäischen

Ländern verderben immer noch

rund 60% der Lebensmittel, was

durch sinnvolle Verpackungen

deutlich reduziert werden könnte.

Zumal laut einer Veröffentli-

chung der Gesellschaft für Ver-

packungsmarktforschung (GVM)

Produktschutz auch immer Kli-

maschutz ist, was wiederum ein

gesellschaftspolitisch relevantes

Thema ist. In der Regel ist der

CO2-Ausstoß zur Erzeugung eines

neuen Lebensmittels, weil das ers-

te aufgrund eines mangelhaften

Produktschutzes verdarb, deut-

lich größer als der CO²-Ausstoß

zur Erzeugung einer geeigneten

Verpackung, die das Verderben

verhindert.

Die Verpackungsbranche boomt

weiter – und mit ihr die Anfor-

derungen, Möglichkeiten und

innovativen Lösungen. Das breit

gefächerte Spektrum lässt sich

in einem Einzelbeitrag nicht er-

schöpfend abhandeln, weshalb

im Folgenden ohne Anspruch auf

Vollständigkeit einige Themen

und Beispiele angesprochen wer-

den.

Ein Thema, das immer wieder im

Zusammenhang mit Kunststoff-

verpackungen genannt wird, ist

die Gesundheit, wobei auch hier

wiederum viele verschiedene As-

pekte betrachtet werden. Selbst-

verständlich dient jede Schutz-

verpackung der Gesundheit des

Konsumenten, indem sie das Le-

bensmittel vor jeglichen äußeren

Einflüssen bewahrt. Gerade in der

Getränkebranche geht der Trend

dahin, gesundheitsfördernde Zu-

satzstoffe in Getränke zu geben,

die einen besonderen Schutz

benötigen. Ein Beispiel hierfür

sind Obstsäfte mit hohen Vit-

amingehalten oder Sport- und

Fitnessdrinks

mit

speziellen

Nahrungsergänzungsmitteln.

Um solche Getränke in Flaschen

lange frisch zu halten, bietet sich

die Plasmax-Technologie der KHS

Plasmax GmbH aus Hamburg

an. In einem Niederdruck-Plas-

maverfahren lagert sich reines

Siliziumoxid, also Glas, in einer

etwa 50 nm dicken Schicht auf

der Innenseite einer PET-Flasche

ab. Das Getränk ist somit länger

haltbar, vor Außeneinflüssen

sowie Vitamine und Zusatzstoffe

vor dem Entweichen geschützt. Im

Gegensatz zum Konkurrenzpro-

dukt Multi-Layer-Flasche ist die

Plasmax-Technologie zwar etwas

aufwändiger, die Materialkosten

pro Flasche mit rund 1 Cent pro

Flasche jedoch günstiger. Haupt-

vorteil des Plasmax-Verfahrens ist

die Rezyklierbarkeit der Flasche,

die zu 100% gegeben ist.

Ein anderer Trend in der Geträn-

kebranche geht zu gesunden Ge-

tränken mit stückigen Anteilen,

beispielsweise Wasser mit Aloe-

Vera-Stückchen oder Milch- und

Joghurtgetränken mit Fruchtstü-

cken. Hierfür sind nicht nur die

passenden Flaschengeometrien

gefragt, sondern auch Abfüll-

technologien, die feste Partikel

sauber und präzise dosieren

können. Maschinenbauer wie die

Krones AG in Neutraubling haben

sich darauf eingestellt und bieten

mit Dosaflex spezielle Dosiersys-

teme für stückige Füllgüter bis

zu einer Größe von 3x3x3 mm

mit einer Dosiergenauigkeit von

±0,3% an. Apropos Milch- und

Joghurtgetränke: Hier ist ein kla-

rer Trend zu einem immer größe-

ren Angebot zu beobachten. Da

gerade Milchgetränke aber nur

eine begrenzte Haltbarkeit haben,

präsentiert Holland Colors NV aus

Apeldoorn/Niederlande auf der

K 2016 ihr neues Feststoff-Additiv

Holcomer III, welches die Herstel-

lung von PET-Monolayer-Verpa-

ckungslösungen für UHT-Milch

ermöglicht, da es einen 100%-

igen Schutz vor UV-Strahlen und

bis zu 99% Schutz vor sichtbarem

Licht bringt. Klarer Vorteil dieser

Lösung ist der Monolayer-Aufbau,

der besser zu rezyklieren ist als

eine Multi-Layer-Lösung.

Lightweighting als

Dauerbrenner-Thema

Besonders bedeutsam bleibt das

Gewicht jeder Verpackungslö-

sung. Hier ist in den letzten Jahren

sehr viel passiert. Die Ideen und

Einsparpotenziale sind vielfältig.

Der Verzicht auf Umverpackun-